Studienfach Jura

Noch immer gilt Jura als eines jener Studienfächer, für das sich die Absolventen der Schulen besonders gerne bewerben. Doch nicht immer ist ihnen auch klar, worauf sie sich tatsächlich einlassen. Denn bis zum Abschluss vergehen etwa fünf Jahre. Praktische Fertigkeiten und theoretisches Wissen werden hierbei erworben.

Die Befähigung zum Richteramt

Grundsätzlich streben die Studenten das Staatsexamen an. Mit ihm ist das Privileg verbunden, an einem deutschen Gericht tätig zu werden. Rein inhaltlich sieht es indes so aus, dass das Studienfach Jura darauf abzielt, künftige Richter auszubilden. Ob diese ein solches Amt tatsächlich wahrnehmen, obliegt ihnen. In jedem Falle verfügen sie nach den acht bis zehn Semestern aber über die Fähigkeit, einen Sachverhalt objektiv zu beurteilen, die jeweiligen Parteien zu unterscheiden und eine Frage aus rechtlicher Sicht zu lösen. Die Anwendung und Auslegung der Gesetze gehört also ebenso dazu wie die Kenntnis der gesellschaftlichen Zusammenhänge. Juristen gelten daher als gute Beobachter der Politik und der Wirtschaft. Ein umfassendes Wissen wird vorausgesetzt.

Vom allgemeinen zum konkreten Recht

Die Materie an sich besteht aus der Eigenschaft, das Recht zu kennen und es in Gebrauch zu nehmen. So werden allgemeine Rechtsnormen besprochen, zu denen etwa das Grundgesetz zählt. Aber auch strafrechtliche Inhalte oder die Auslegung zivilrechtlicher Verträge gehört dazu. Oft wird sich der Student also der Frage gegenübersehen, ob eine Straftat begangen wurde, ob Rechtfertigungsgründe oder entschuldigende Kriterien aufseiten des vermeintlichen Täters vorliegen. Gleichfalls aber auch, ob geschlossene Verträge Bestand haben, ein Kauf nach einem Mangel rückabgewickelt werden muss oder wie zu verfahren ist, wenn das Hotelzimmer auf der lange ersehnten Reise den Vorstellungen nicht entspricht. Es sind die Sachverhalte des Lebens, die das Studium beeinflussen.

Theorie und Praxis

Der Fachbereich basiert regelmäßig auf drei Grundsemestern, in denen die wesentlichen Bestandteile aller Rechtsgebiete behandelt werden. Daran schließt sich das Hauptstudium an, in dem bereits Einblicke in das Verwaltungsrecht oder fremdländische Beziehungen gewährt werden. Eine Spezialisierung findet dagegen im sogenannten Schwerpunktbereich statt: Hier wählt sich der Student ein bestimmtes Thema, dem er sich in allen seinen Ausformungen etwa zwei Semester lang widmet. In den Ferien erhält er zudem die Möglichkeit, ein Praktikum am Gericht, bei einem Anwalt oder einer ähnlichen rechtsanwendenden Stelle zu absolvieren. Der tägliche Umgang mit den Akten und schwierigen Sachfragen schult dabei seine Kompetenz. Dem Studium selbst schließt sich ein Referendariat an, bei dem der Absolvent für zwei weitere Jahre ausgebildet wird, nun aber auch praktische Fertigkeiten zeigen muss.

Alle Türen stehen offen

Bei Arbeitgebern vieler Branchen genießt ein Jurastudium ein hohes Ansehen. Denn es beweist differenzierte Kenntnisse unterschiedlicher Materien. Ebenso ist mit ihm die Fähigkeit verbunden, sich Sachverhalten zu nähern und diese zu bewerten. Gerade im Journalismus ist der Jurist daher gerne gesehen. Aber auch in der freien Wirtschaft wird er sein Können zum Wohle eines Unternehmens einsetzen. Hauptsächlich zieht es die Absolventen aber tatsächlich in jene Berufe, in denen sie sich weiterhin dem Recht widmen: Anwälte, Notare, Richter, Jugendbetreuer oder Berater in den Verbraucherzentralen werden stets benötigt. Die Zukunftsaussichten gestalten sich mit einem erfolgreich bewältigten Jurastudium daher oftmals besonders lukrativ und vielfältig.

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